Hornstein-Bergwerk - Mauer-Antonshöhe

Die Arbeiter des Gemeindesteinbruchs von Mauer holten Steine und Schotter für die lehmigen Gassen, um sie zu verfestigen. 

1924 entdeckten die Arbeiter Menschenknochen. Das war ein Aufsehen! Mindestens 20
Zeitungen haben damals über diesen Fund berichtet. 1929 und 1930 wurde die Fundstelle wissenschaftlich erforscht. Man fand auch Knochen vom Rothirsch, Elch, Braunbär, Feldhase, Hausrind, Hausziege, Haushund und Schwein. Man entdeckte die Schächte eines prähistorischen Hornsteinbergwerks. 

Die Menschen arbeiteten damals mit selbstgebastelten Steinhämmern und Hirschgeweihstücken; letztere verwendeten sie als Brechstangen und Schürfgeräte. Die Menschen gruben nach dem braunen Hornstein, dem zu dieser Zeit besten Rohmaterial für Steinzeitwerkzeuge (Klingen, Schaber, Hämmer, Messer). Hornstein war damals mehr wert als Gold! Nur Hornstein war hart und sprang scharfkantig ab. 

Als Buben spielten wir dort oben Räuber und Gendarm. Dabei bemerkten wir viele schön
gekleidete Herren, wie sie dauernd beim Bergwerk herumgingen. Wir beobachteten alles aus sicherer Entfernung. Ganz spannend wurde es für uns, als wir von den menschlichen Skeletten erfuhren. In der Phantasie malten wir uns die unheimlichsten Geschichten aus. 

August Überall (Jg. 1921)