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Sensationelle Funde aus der Steinzeit (1929)
Auf der sogenannten Antonshöhe von Mauer bei Wien hat der Direktor des Naturhistorischen
Museums, Josef Bayer, soeben ein großes Feuersteinbergwerk der Urmenschen freigelegt, das
schätzungsweise 5000 Jahre alt sein dürfte und dem auf dem Gebiete der Prähistorie größte
Bedeutung zukommt.
Das Terrain ist aus farbigem Hornstein gebildet, der sich durch seinen scharfen Bruch ganz
vorzüglich zur Herstellung von Steinwerkzeugen eignete.
Das hier entdeckte Bergwerk hat der Mensch der jüngeren Steinzeit um die Mitte des
dritten Jahrtausends (mehr als tausend Jahre vor Moses und Tutanchamun) entdeckt, bergmännisch
ausgebeutet und mehrere Jahrhunderte in Betrieb gehalten.
Als Werkzeuge fanden große Hämmer aus Serpentin, Schlögeln aus Quarz und Hirschgeweihe als
Brechstangen Verwendung.
DerAbbau erfolgte in tiefen, großen Schächten (Tagbau), die eine große Stollenverzweigung
aufweisen.
In den einzelnen Stollen wurden noch in Form von Holzkohlenklumpen Fackelreste gefunden.
Der liebliche Ort Mauer dürfte vor fünftausend Jahren ein großes Handelszentrum gewesen sein,
das das gewonnene Rohmaterial weithin nach allen Richtungen gegen Bezahlung in Naturalien
geliefert wurde.
Beweis hierfür ist der Umstand, daß der Feuerstein dieses Berwerkes schon in größeren
Entfernungen nachgewiesen werden konnte.
Das Bergwerk wurde gleichzeitig als Begräbnisplatz verwendet. Bisher konnten fünf Skelette in
aufgelassenen Schächten gefunden werden.
Da bei diesen Gefäße als Beigabe lagen, kann es sich um keine verunglückten Bergleute der
damaligen Zeit handeln.
Welcher Rasse diese Steinzeitmenschen angehörten, ist noch nicht festgestellt.
Direktor Bayer hofft, wenigstens einen Teil des Be~gwerkes der Nachwelt erhalten zu können, da
dieser einzigartige Fund in ganz Mitteleuropa ohne Parallele dasteht.
Das Kleine Volksblatt. 14. März
1929
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