
Um an umbautem Raum zu sparen, wurden nur die Unterrichtsräume 3,8 m hoch, alle übrigen (Gänge, Kleiderablagen, Lehrerzimmer, Schulwartwohnung usw.) nur 2,8 m hoch gebaut. Dieser Umstand wirkt sich nicht nur günstig auf die Raumgestaltung, sondern zweifellos auch auf die dadurch geringer werdenden Beheizungskosten aus. Sämtliche Räume wurden mit Nagelbindern überdeckt, an denen unten Dämmplatten befestigt sind, die zusammen mit der sehr sorgfältigen Dachdeckung den nötigen Schutz gegen Wärmeverluste gewähren. Durch dieses leichte Dach ist es möglich geworden, die Fensterwände in Fachwerke aufzulösen, so daß in jedem Klassenzimmer eine zusammenhängende 8,2 m breite Fensterwand ohne störende Pfeiler entsteht und somit alle Arbeitsplätze gleichmäßig einwandfrei belichtet sind.
Für die wenig belasteten Mauern konnten großformatige, arbeitssparende Hohlblocksteine verwendet werden. Die Decken über den nur 2,80 m hohen Räumen bestehen aus Betonfertigteilen. Da die Nagelbinder auf der Baustelle nur montiert zu werden brauchten, konnte mit einer wesentlichen Ersparnis an Handarbeit und daher einer sehr kurzen Bauzeit gerechnet werden.
Mit
der Planung war im März 1949, mit dem Bau Ende April des gleichen Jahres
begonnen worden. Die insgesamt 8 Klassen umfassende Volksschule wird in 2
Abschnitten mit je 4 Klassen gebaut, von denen der erste Bauabschnitt
einschließlich der zentralen Heizanlage, dem Turnsaal und der Freiluftklasse
bis September 1949 fertiggestellt wurde. Die gesamte Bauzeit hat ungefähr 5
Monate gedauert.

Bei der Gestaltung ist auf
jeden architektonischen Aufwand bewußt verzichtet und nur auf eine sparsame,
aber einwandfreie technische und handwerkliche Durchbildung der Einzelheiten
Bedacht genommen worden. Viel Sorgfalt wurde auf eine organische Einfügung in
das Orts- und Landschaftsbild verwendet. Während sich die zur Straße und den
Nachbarn gewendete West- und Nordseite des Gebäudes mit den niedrigen
Nebenräumen dem dörflichen Charakter des Siebenhirtner Ortsbildes einfügen
wenden sich die Unterrichtsräume mit ihren hohen und breiten Fenstern nach
Osten und Süden zum Schulgarten, Pausenplatz und zum gepflasterten Pausenhof.
Solcherart ist dieser Pausenhof allseits windgeschützt und bleibt nur nach Süden offen, so daß sich die Kinder den größten Teil des Jahres im Freien erholen können. Für die Abhaltung des Unterrichtes im Freien wurde schon im ersten Bauabschnitt eine überdachte, nach Süden offene Freiluftklasse vorgesehen.