Die ganze Bevölkerung von Siebenhirten war auf den Beinen, als unsere Volksschule vom damaligen Wiener Bürgermeister Theodor Körner eröffnet wurde. Es waren zwar zu diesem Zeitpunkt nur die vier Knabenklassen im Bereich der Basler Gasse fertig, aber zwei Jahre später konnten auch die vier Mädchenklassen fertiggestellt werden. Über den mit vielen Geräten bestens bestückten Turnsaal freuten wir uns ebenso wie über den herrlichen Schulgarten. In diesem waren damals noch keine zusätzlichen Klassen untergebracht - lediglich die Freiluftklasse im südlichen Teil des Gartens konnte benützt werden. Den kleinen Teich mit den Kaulquappen bestaunten wir so oft wir durften.
Heute hat sich nicht nur außerhalb des Gebäudes sondern auch im Unterricht vieles geändert. Mädchen und Buben werden nicht mehr getrennt unterrichtet und in den ersten Klassen kann man feststellen, dass versucht wird, wirklich kindgerechte Bedingungen für die Neulinge zu schaffen. Es gibt zum Beispiel ein Kuschelecke, in die sie sich bei Bedarf zurückziehen dürfen. Auch kleine mitgebrachte Kuscheltiere werden akzeptiert, da sie Trost spenden, falls die Trennung von den Eltern oder die Eingewöhnung in die Klassengemeinschaft größere Probleme verursacht. Außerdem wird nach anstrengenden Aufgaben dafür gesorgt, dass sich die Kleinen einige Zeit entspannen können.
Die neue in Gruppen gestaltete Sitzordnung und das spielerisch gestaltete Erlernen des Alphabetes an den wöchentlich als "Buchstabentag" bezeichneten Schultagen wären in unserer Schulzeit undenkbar gewesen, sind aber gute Neuerungen und beleben den Unterricht. Die Kinder werden meistens auch von zwei Lehrerinnen gleichzeitig betreut, was bei solchen Aktivitäten besonders wichtig ist.
Da
in meiner Familie bereits zwei Generationen diese Schule besuchten (mein Mann
und ich, mein Sohn und ein Neffe) und nun auch ein Enkerl als Erstklasslerin die
Schulbank drückt, freut es mich besonders, dass man anhand der begonnenen
Sanierungsarbeiten (z. B. Fenster, Fassade) das Bestreben erkennen kann, dieses
Gebäude mit seiner angenehmen Ausstrahlung und dem schönen Garten zu erhalten
und noch vielen Kindern zu ermöglichen, hier zu lernen.
Monika Lemböck
Der Tag war lange herbeigesehnt, lange verdrängt und von so manchen oft verwünscht worden... . Und doch kam der Tag unaufhaltsam auf uns alle zu. Dann war es soweit und dutzende Kinder strömten Schulter an Schulter, Schultüte an Schultüte erwartungsvoll, tatenfreudig und vielleicht auch ein bisschen ängstlich in das ihnen noch unbekannte Haus. Ich glaube, es hat aber nicht lange gedauert bis sich die "Kleinen" an den Schulalltag gewöhnt hatten.
Seit diesem Tag ist inzwischen schon einige Zeit vergangen und die Kinder haben bereits viel gelernt. Der Weg dahin hat den meisten von uns, in erster Linie jedoch unserer Frau Lehrerin große Mühe und Anstrengungen gekostet. Doch das Lernen wurde durch Buchstabentage, später Programmtage und zahlreiche Lehrausgänge aufgelockert. Den Kindern bereitete es Freude ebenso den mitwirkenden Eltern.
Lernen, Sport, Spiel und Spaß sind aber nicht nur Begleiter der 23 Kinder der 3A, sondern kennzeichnen das Schulleben aller Klassen. Hochgerechnet auf die 50 Jahre, die das Schulhaus besteht, ergeben das viele hunderte Füßchen, die durch den Schulgang gelaufen sind und Leben in das Gebäude gebracht haben.
Bestimmt
werden mindestens noch genau so viele folgen und mit Gewissheit kann man sagen,
dass sie die ersten Schritte eines erfolgreichen Lebens in dieser Schule gemacht
haben.
Theresia Puster