Ein Jubiläum als Mahnung

Manfred Wurm - Bezirksvorsteher  

Manfred Wurm, Bezirksvorsteher

„Basel hilft Wien-Liesing“ betitelte sich jene Aktion, die nach dem Zweiten Weltkrieg über 50 Mädchen und Burschen aus unserem Bezirk einen Erholungsaufenthalt in der Schweiz ermöglichte. In der damaligen Zeit des Elends und der Not ein unschätzbar wertvolles Geschenk. Die „Basler Schule“ soll an diesen Akt der Menschlichkeit erinnern.

Gerade heute rund 50 Jahre danach sind die Fragen über Opfer und Täter nach Schuld und Sühne für die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges neu entbrannt. Dabei geht es auch um „Wiedergutmachungen“ und „Entschädigungen“, wobei diese Begriffe ob der Grauslichkeiten, die vom Naziregime verursacht wurden, fast schon verharmlosend klingen.

Aber abgesehen von Zahlungen an die damaligen Opfer - wir können ein wenig von dem wieder gut machen, was wir zum Teil mit verschuldet haben, wenn wir uns die Basler Hilfe immer dann ins Bewusstsein zurückrufen, wenn es in anderen Ländern Krieg und Elend gibt. Und - wie damals die Basler - anderen helfen.

Wir müssen aber auch - und ich sehe das als Verpflichtung - alles daransetzen, dass menschenverachtende Ideologien keine Chance mehr bekommen, ihre Saat des Hasses neuerlich auszusäen oder gar Früchte zu ernten. Und wenn heute Fremdenfeindlichkeit fast schon wieder salonfähig wird, besteht aller Grund alarmiert und wachsam zu sein.

Ich gratuliere der Basler Schule zum 50. Geburtstag mit einem herzlichen „Glück auf!“ Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, den Lehrerinnen und Lehrern und allen anderen, die mit der Basler Schule zu tun haben, alles Gute - heute und in einer schönen und friedvollen Zukunft.


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